Respekt ist der beste Beifahrer 

Renate Brugger ist Busfahrerin in Meran. Tag für Tag bringt sie Menschen sicher von A nach B – und erlebt dabei, wie viel Aufmerksamkeit, Geduld und gegenseitiger Respekt im Alltag braucht. 

Renate Brugger (Busfahrerin) erlebt Täglich, wie viel Aufmerksamkeit, Geduld und gegenseitiger Respekt im Alltag in der Mobilität gebraucht wird. (Foto:LPA/Fabio Brucculeri)
Renate Brugger (Busfahrerin) erlebt Täglich, wie viel Aufmerksamkeit, Geduld und gegenseitiger Respekt im Alltag in der Mobilität gebraucht wird. (Foto:LPA/Fabio Brucculeri)

Frau Brugger, wie erleben Sie Ihren Arbeitsalltag als Busfahrerin? 
Renate Brugger: Mein Arbeitsalltag ist sehr vielfältig und erfordert hohe Konzentration. Man trägt Verantwortung für die Fahrgäste, für den Straßenverkehr und für die Einhaltung des Fahrplans. Gerade im Verkehr von Meran muss man viele Dinge gleichzeitig im Blick behalten. Busfahren bedeutet ja nicht nur Lenken, sondern auch Mitdenken, vorausschauendes Handeln und Ruhe bewahren – selbst dann, wenn es stressig wird. Gleichzeitig ist es ein sehr schöner Beruf. Wir arbeiten in Südtirol, in einer Landschaft, die viele sonst nur im Urlaub kennen. Früher war ich oft auf Baustellen unterwegs, das war alles andere als schön. Heute fahre ich vor allem im Stadt- und Überlandverkehr, dort gibt es jeden Tag schöne Momente. 

Der Umgang mit Menschen spielt dabei eine große Rolle. Was bedeutet das für Sie? 
Ein sehr großer Teil meiner Arbeit ist der Kontakt mit den Fahrgästen. Viele kenne ich seit Jahren – man grüßt sich, tauscht ein paar Worte aus. Das gehört für mich dazu und macht den Beruf menschlich. Freundlichkeit wird meistens auch freundlich beantwortet. Natürlich gibt es auch herausfordernde Situationen, etwa wenn Menschen gestresst oder ungeduldig sind. In solchen Momenten versuche ich, ruhig zu bleiben und professionell zu reagieren. Der Ton macht viel aus – mit Respekt und einem besonnenen Umgang lassen sich viele Situationen entschärfen. 

Sie arbeiten in einem Beruf, der lange Zeit eher männlich geprägt war. Wie sehen Sie Ihre Rolle darin? 
Früher waren Busfahrer überwiegend Männer. Heute ist das zum Glück selbstverständlicher geworden. Ich habe mich davon nie abschrecken lassen. Der Beruf ist selbstständig und mit viel Verantwortung verbunden, das hat mir immer gefallen. Gleichzeitig bringt er körperliche und mentale Herausforderungen mit sich, etwa Schichtdienst oder stressige Verkehrssituationen. Mit Erfahrung lernt man, gut damit umzugehen. 

Was bedeutet Respekt für Sie persönlich – im Beruf und darüber hinaus? 
Respekt zeigt sich für mich im Alltag, vor allem in den kleinen Dingen: wie man miteinander spricht, ob man ruhig bleibt und ob man sein Gegenüber wirklich wahrnimmt. Jeder Fahrgast bringt seine eigene Geschichte mit. Wenn man sich das bewusst macht, wird vieles leichter. Respekt ist keine Floskel, sondern eine Haltung, die ich jeden Tag lebe. 

(kt, 19.12.2025)

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